Wie definiert man Teile mit unterschiedlicher Mengenangabe für Stücklisten?

Die Mengenangabe von Teilen oder Baugruppen können Sie sehr einfach über die “Eigenschaften der Vorkommnisse” anpassen. Aber wie sieht es mit Schmierstoffen oder Flüssigkeiten aus? Wie geben Sie in Ihrer Stückliste an, dass Sie eine bestimmte Farbe zusätzlich brauchen? Die Lösung in Solid Edge ist denkbar einfach. Konfigurieren Sie sich Standardteile, die immer wieder verwendet werden können. Im Endeffekt gibt es drei Möglichkeiten, wie man es nutzen kann:

Das Ziel:

In der Draftstückliste könnte es die Umsetzung so aussehen:

Die Konfiguration:

Die Beispieldateien können Sie sich hier herunter laden UND AUCH WEITER VERWENDEN (verwendbar ab ST6).

 Menge erhöhen

Wie im obersten Bild erkennbar, lässt sich über einen Rechtsklick auf ein Teil oder einer Baugruppe die “Eigenschaften der Vorkommnisse” aufrufen. Schalten Sie bei “Benutzerdefiniert” auf “Ja”, um die Menge zu ändern. Fertig!

Individuelle Mengenangabe

Was ist, wenn Sie z.B. Flüssigkeiten in Ihrer Stückliste verwalten wollen? Zuerst sollten Sie sich entscheiden, wie die Mengenangabe aussehen sollte. Genügt ein einfacher Text oder möchten Sie eine individuelle, summierbare Mengenangabe mit Einheiten umsetzen? Ab jetzt spricht man von “nicht grafischen Teilen” (NGP), weil Sie keine grafischen Elemente in der Datei haben!

Mengenangabe als Textinformation

Öffnen Sie die Datei “Farbe Himmelblau”, um sich die benutzerdefinierten Dateieigenschaften anzeigen zu lassen.

Mit der Eigenschaft “SE_ASSEMBLY_QUANTITY_OVERRIDE” geben Sie an, dass Sie die Menge in der Stückliste überschreiben wollen.
Der Wert “1” gibt an, dass Sie eine Textangabe nutzen möchten.

Mit der Eigenschaft “SE_ASSEMBLY_QUANTITY_STRING” geben Sie den Wert an, den Sie in der Mengenangabe benötigen.

Summierbare Mengenangabe

Öffnen Sie die Datei “Fett 1234”, um sich wie eben die benutzerdefinierten Dateieigenschaften anzeigen zu lassen.

Mit der Eigenschaft “SE_ASSEMBLY_QUANTITY_OVERRIDE” geben Sie wieder an, dass Sie die Menge in der Stückliste überschreiben wollen.
Der Unterschied findet sich jedoch im Wert “0”. Dieser gibt an, dass Sie eine summierbare Mengenangabe nutzen möchten.

Auch die Eigenschaft “SE_ASSEMBLY_QUANTITY_STRING” wird benötigt. Sie definiert die Einheiten und den Startwert getrennt durch ein “;” (Semikolon).

Tipp 1:

Nutzen Sie die beiden Dateien, um Sie nach Ihren Vorstellungen anzupassen.

Tipp2:

Definieren Sie Standards, um diese Dateien schnell wieder zu finden. Evtl. können Sie die Teile als “Standard Parts” konfigurieren.

Tipp3:

Falls Sie Textblasen positionieren möchten, nutzen Sie diesen Artikel!

Tipp4:

Wenn Sie das Teil im Assembly platzieren möchten, halten Sie dabei die Strg-Taste gedrückt. Damit wird das Teil um Ursprung “fixiert”.

 

Autor: Harald Schön

 

Formatcode zum Ändern der Ausgabe von Eigenschaftstext z.B. in der Stückliste

 

Problem:
Die Formatierung von Eigenschaftstexten (z.B. 2,3547 kg) in der Stückliste
soll geändert werden (in z.B. 2,35).

 

Lösung:
Eigenschaftstexte können durch Formatcodes verändert werden.


Formatierung:
Jeder Eigenschaftstext sieht in etwas so aus: %{Positionsnummer|G}

Das % steht für das Zeichen, dass eine Eigenschaft abgerufen wird.
{….} Innerhalb der geschweiften Klammer steht der Eigenschaftscode.
Allgemeine Eigenschaften (%HC für Bohrlegende oder %DI für Durchmesser) haben diese Klammer nicht.

|G bedeutet, dass hier eine grafische Referenz abgerufen wird.
Beispiel zweier Bauteile in einer Draft: Legendentext mit folgenden Eigenschaften:

%{Dateiname} – ohne Code wird das aktive Dokument abgerufen – Zeichnung.DFT
%{Dateiname|G} – aus grafischer Verbindung – Teil.PAR

Auch in der Stückliste finden sich bei den Spalten zu jedem Punkt ein
eigener Eigenschaftstext. Dieser kann vom User manipuliert werden. (s. Bild 01)
Formatcode Beispiele:

 

Keine Einheit:
%{Masse (Element)|G}  2,3547 kg
Code: /NU (Nicht /nu !!)
%{Masse (Element)/NU|G} 2,3547
Genaugikeit:
%{Masse (Element)|G}  2,3547 kg
CODE: /@n  (n steht für die Anzahl nach dem Komma)
%{Masse (Element)/@2|G}  2,35 kg
Doppelte Einheit:
Zeigt zum eigentlichen Maß noch
die Sekundäreinheit (z.B. INCH) an.
%DI%%HS  Ø13,5
CODE: /DU (muss nun in eine geschweifte Klammer + extra %)
%DI%{%HS/DU}  Ø13,5
,531
Groß-/Kleinschreibung
%{Dateiname} Bauteil neu
CODE: /TCn (n ist entweder 1, 2, 3 oder 4)
1- GROSSSCHREIBUNG %{Dateiname/TC1} BAUTEIL NEU
2- kleinschreibung            %{Dateiname/TC2} bauteil neu
3- Satzformat                   %{Dateiname/TC3} Bauteil neu
4- Überschriftformat          %{Dateiname/TC3} Bauteil Neu
Datum/Uhrzeit:
CODE: /@
Codes
%{Geändert/@yyyy MMMM – dd.MM.yy – hh:mm:ss}
2013 August – 29.08.13 – 10:31:49

 

Wie werden die Templates und Reports in Solid Edge verwaltet?

Templates:

Nach der Installation von Solid Edge befindet sich der Vorlagenordner (Templates) im lokalen Installationsverzeichnis c:\Programme\Solid Edge STx\Templates Sie können diesen Ordner zentral im Netzwerk lagen und somit für alle User benutzbar machen:

  • Kopieren Sie den Templates Ordner auf ein Netzwerklaufwerk.
  • Sorgen Sie für die entsprechenden Schreib- und Leseberechtigungen.
  • Gehen Sie bei jedem Client in die Solid Edge “Dateiablagen”. (Anwendungsschaltfläche – Solid Edge- Optionen – Reiter “Dateiablagen”)
  • Der Punkt “Benutzervorlagen” ist standardmäßig leer.
  • Markieren Sie ihn und klicken Sie auf “Ändern”.
  • Nun geben Sie den Ordner im Netzwerk an.
  • Übernehmen Sie die Einstellungen und beenden Sie die Optionen.

Wenn Sie jetzt ein neues Dokument erstellen, wird die Vorlage vom Netzwerk gezogen. WICHTIG: Überprüfen Sie, ob die Standardvorlagen auch auf existierende Dateien zurückgreifen. Bsp.: Sie haben Solid Edge mit dem Norm-Standard “ISO” installiert, Ihr Template Ordner enthält auf oberster Ebene jedoch nur die DIN Vorlagen – Solid Edge wird keine neue Dateien erstellen können, da die ISO Vorlagen gesucht werden.   —

Reports:

Die Reports werden beim Kopieren des Templates-Ordners zwar mitgenommen, jedoch benutzt Solid Edge die lokalen Reports erst mal weiter. In den Reports befinden sich Textdateien die unter anderem die gespeicherten Einstellungen der Stücktlisten enthalten (DraftList.txt). Um dies Zentral zu verwalten öffnen Sie ein beliebiges Dokument (ohne Dokument wird der Punkt in den Dateiablagen nicht angezeigt).

  • Öffnen Sie erneut die Dateiablagen in den Solid Edge Optionen.
  • Nun sehen Sie einen Punkt “Auszüge”.
  • Ändern Sie diesen auf Ihren zentralen Reports-Ordner (…\Templates\Reports).
  • Übernehmen und beenden Sie die Optionen.

Weisen Sie Ihre Mitarbeiter darauf hin, dass Sie nun alle die gleichen gespeicherten Reports-Einstellungen benutzen. Jedes Ändern oder Löschen wirkt sich auf alle aus. Machen Sie eine Kopie des Ordners als Backup.  

Wie Sie die Konfigurationen nicht nur User- sondern Rechnerbezogen umstellen können steht hier.

 

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Wie bekommen “Nicht grafische Bauteile” eine zur Stückliste verknüpfte Textblase?

 

Aufgabe:

Sie haben eine Baugruppe, die “nicht grafische Bauteile” wie Fett, Farbe oder Öl enthält.
Sie möchten, dass diese Positionen nicht nur in der Stückliste vorkommen, sondern
auch Textblasen mit zur Stückliste verknüpften Positionsnummern haben.

 

Workaround:

Da ein “nicht grafisches Bauteil”, wie der Name schon sagt, grafisch nicht verfügbar ist,
findest die Stückliste auch kein Objekt, an dem es die Textblase anhängen kann.

Erstellen Sie in Ihren “nicht grafischen Bauteilen” eine winzig kleine Ausprägung
(z.B. ein Würfel mit den Kantenlängen 0,001). Diese ist dann in der Baugruppe
und in der Zeichnung nicht wirklich sichtbar, es wird jedoch eine verknüpfte Textblase
an diesen Punkt angehängt.

 

Tipp:

Wie man “Nicht grafische Teile” definiert steht hier.