Was ist bei Fremdteilen zu beachten: Teil 4 – Konstruktionselemente im ASM und DRAFT

 

Problem:
Konstruktionselemente werden beim Laden eines Teils
in eine Baugruppe oder Zeichnung nicht dargestellt.
Ganze Teile können fehlen.
Ursache:
Ein importiertes Bauteil enthält Flächen bzw. Konstruktionselemente.
Das Bauteil ist ein Mehrkörperteil, SE erstellt nur aus dem Ersten ein Volumen,
der Rest ist Flächenkonstruktion.

 

Lösung:

in der Baugruppe:

  • Rechtsklick auf das Bauteil
  • Komponenten ein/ausblenden
  • “Flächen” einblenden

in der Zeichnung:

  • Zeichnungsansicht auswählen und Eigenschaften öffnen
    (über das Symbol in der Befehlsleiste oder über das Kontextmenü (Rechtsklick))
  • im Reiter “Anzeige” auf den obersten Punkt (Bauteil oder Baugruppe) klicken
    und den Button “Anzeigeoptionen” den Punkt “Konstruktionen auflisten” aktivieren.
  • Nun werden die Konstruktionselemente dargestellt. Im ASM muss das entsprechende
    Bauteil über das “Plus”-Symbol erweitert werden, damit man diese sieht.
  • Wählen Sie das/die Konstruktionselement/e aus und klicken Sie rechts oben
    auf “Einblenden”
  • Übernehmen Sie und bestätigen Sie mit OK.
  • Aktualisieren Sie die Ansicht.

 

Hinweis:
Bitte lesen Sie zudem den Artikel 1 dieser Serie,
um den korrekten Import von Fremteilen zu erlernen.
http://www.cad-helpdesk.de/solid-edge/was-ist-bei-fremdteilen-zu-beachten-teil-1-export-import.html

Hinweis ab ST5:
Alternativ können Sie auch ab ST5 die Multibody Technik verwenden
um im ASM und Draft darstellbare Mehrkörperteile zu erstellen.
Funktionsweise wird in Teil 5 der Serie beschrieben.

 

Flächenmodellierung Teil 4: Vernähen und Volumen

Teil 4: Vernähen und Volumen

Um Volumen aus einem Flächensatz zu bekommen, muss dieser vollständig geschlossen sein.
Nicht zusammenhängende Flächen müssen miteinander vernäht werden.
Auch einzelne Teilflächen können vernäht werden um
ein zusammenhängendes Stück zu erstellen.

Dazu gibt es folgende Befehle:

Nicht vernähte Kanten anzeigen:
Dieser Befehl ist unter dem Befehl „Vernähen“ zu finden.
Er zeigt temporär die Kanten an einem Modell an, die nicht miteinander verbunden sind.
Diese Kanten werden dann markiert und können manuell vom Benutzer repariert oder vernäht werden.

Vernähen:
Der Vernähen Befehl ermöglicht es mehrere Flächen zu vernähen.
Auch wenn die Flächen sich durch die Konstruktion berühren,
ist jedes neue Formelement mit Flächen eigenständig und
nicht mit anderen angrenzenden Flächen verbunden.
Nur wenn Flächen vollständig verbundene Kanten haben, kann ein Volumen entstehen.

Der Befehl bietet auch die Optionen der Reparatur und der Toleranz.
Bei der Reparatur versucht das System fehlende Fläche durch Verlängern zu einem gültigen Volumen zu bringen.
Dies bringt nicht immer das gewünschte Ergebnis. Die Toleranz gibt an, wie viel Spalt zwei Kanten zueinander haben dürfen,
um trotzdem vernäht und somit verlängert oder getrimmt zu werden.
Standardmäßig steht die Toleranz auf „1,00 e-003mm“ – also auf 0,001 mm.
Sie kann zwischen 0,00001mm und 1 mm (1,00 e-005 und 1,00 e+000) liegen.

 

Wenn das vernähte Ergebnis ein Volumen ergibt kommt eine Meldung.
Zudem wird gefragt, ob gleich aus dem Körper ein Basisformelement (Volumen) erstellt werden soll.

 


#solidedge #flaechenmodellierung #mike_schmid

Flächenmodellierung Teil 3: Kurven

Teil 3: Kurven

Kurven sind ein wichtiger Bestandteil der Flächenmodellierung.
Die wichtigste Kurve ist die in der Skizze.
Der Befehl Kurve befindet sich im Untermenü der Linie.
In der Befehlsleiste der Kurve finden Sie verschiedene
Befehle zum Manipulieren und Bewerten der Kurve.
Auch gibt es den seit einigen Versionen die Option „geschlossene Kurve“,
die die Kurve automatisch mit dem Start und Endpunkt verbindet.

Die Kontrollpunkte der Kurve (sind mit roten, gestrichelten Linien verbunden)
werden angezeigt, wenn die Kurve ausgewählt ist. Diese Punkte können
genauso wie die Punkte, die auf der Kurve liegen mit Beziehungen und Maßen
versehen werden.

 

Zudem gibt es noch weitere Befehle in der Registerkarte
„Flächenmodellierung“ – Gruppe „Kurven“:
Eigenpunktkurve:

Mit diesem Befehl können Sie eine 3D Kurve erstellen, indem Sie Punkte im Raum anklicken.
Als Unterbefehl davon ist es auch möglich eine Kurve über eine Excel Tabelle zu erstellen.
Sie eignet sich auch hervorragend um fehlende gerade Kanten zwischen Flächen im Raum zu zeichnen.

 

Kreuzkurve:

Erstellt eine „Mischung“ aus zwei Kurven. Im Bild sind zwei Kurven
planar auf jeweils einer Ebene gezeichnet. Die Kreuzkurve daraus
ist die Projektion jeder Kurven. Somit entsteht eine 3D Kurve, die
von oben und von der Seite gesehen mit der ursprünglichen Kurve übereinstimmt.

 

Abgeleitet:
Erstellt eine Kurve, die von einer oder mehreren Kurven abgeleitet wurde.
Die Option „Einzelkurve“ wird gerne dazu verwendet um von mehreren einzelnen
Kurvenstücken eine einzige zusammenhängende Kurve zu erstellen.

 

Schnittkurve:
Erstellt eine Kurve an der Verschneidung zweier Flächen.
Funktioniert auch bei einer Ebene, die eine Fläche schneidet.

 

Teilen:
Teile eine Kurve an der Stelle auf, an der andere
Geometrie sie schneidet.

 

Skizze aufwickeln:
Wickelt eine Skizze auf einer Fläche auf.
Voraussetzung dafür ist, dass die Ebene der Skizze
an einem Punkt mit der Fläche tangential ist.
Dieser Befehl wird auch oft für die Volumenkonstruktion
beim Anbringen von Schriften auf runden Teilen genutzt.

 

Projiziert:
Projiziert eine Skizze über eine gewählte Ausrichtung auf
ausgewählte Ebene.

 

Konturkurve:

Zeichnet eine Kurve direkt auf der ausgewählten Fläche.
Die Kurve kann dabei offen oder geschlossen sein.

 

Schnittpunkt:
Erstellt an den Schnittpunkten bestehenden Kurven und Kanten
neue Punkte. Schneidende Teile können Kanten, Formelemente und Körper sein.
Die entstandenen Punkte teilen die Kurve zudem in einzeln auswählbare
Liniensegmente auf.

 

Flächenmodellierung Teil 2: Flächen Manipulieren

Teil 2: Flächen Manipulieren

Erstellte Flächen können wie jedes Formelement über Ihr Profil verändert werden.
Weitere Änderungen können Sie mir den nachfolgenden Befehlen machen.
Diese bearbeiten die Fläche und werden im sequentiellen auch als Formelement in der Historie abgelegt.
Sie können die Manipulation jederzeit wieder verändern.

 

Offset:

Der Offset-Befehl versetzt eine Fläche um den eingegebenen Wert.
Dabei wird eine neue Fläche erzeugt, die entsprechend größer oder kleiner als das Original ist.

 

Kopieren:

Kopiert  eine oder mehrere ausgewählte Flächen. Diese sind in Größe, Form und Position identisch.
Man nutzt dies gerne um von einem anderen Teil einen Bereich abzubilden und diesen zu bearbeiten.

 

Trimmen:

Flächen können durch andere Körper, Flächen oder Skizzen getrimmt werden.
Hier ist die Richtung entscheidend, welche Seite weggeschnitten werden soll.

 

Verlängern:

Flächen können verlängert werden.
Es gibt verschiedene Optionen wie die Fläche verlängert werden soll –
z.B. linear oder natürlich.

 

Teilen:

Teilt eine Fläche in mehrere einzelne Flächen auf. Zum Teilen können Skizzen, Kurven,
Flächen und Ebenen verwendet werden.

Flächenmodellierung Teil 1: Extrusionen und andere Flächen

Flächenmodellierung

Dieser Workshop gibt Ihnen einen kleinen Einblick über die vielfältigen
Möglichkeiten der Flächenmodellierung.

 

Teil 1: Extrusionen und andere Flächen

 

Wie bei der Volumenkonstruktion gibt es auch in der Flächenmodellierung die Möglichkeit Extrusionen,
Rotationen und geführte Ausprägungen zu erstellen. Die Funktionsweise der Befehle ist
fast identisch mit der aus der Volumenmodellierung.

 

Extrusion:
Bei der Extrusion in der Flächenmodellierung gibt es mehrere Möglichkeiten für das Ergebnis:

  1. Profil besteht aus einer oder mehrerer verbundener aber nicht geschlossener Linien.
    Wenn Sie mehr als eine Linie zeichnen, sind die daraus entstehenden Flächen miteinander verbunden.
  2. Profil besteht aus einem geschlossenen Liniensatz.
    Dies erzeugt eine geschlossene Außenhülle mit offenen Enden.
  3. Profil besteht wie bei „2.)“ aus einem geschlossenen Liniensatz, jedoch wird vor dem
    Fertigstellen die Option „Geschlossene Enden“ aktiviert.
    Das Ergebnis ist ein so genanntes „Flächenvolumen“.
    Alle Flächen sind lückenlos miteinander verbunden und könnten ein Volumen erzeugen.

Rotation:
Eine Flächen-Rotation kann aus einem offenen oder geschlossenen Profil erzeugt werden.
Bei geschlossenen Profilen erzeugen Sie wieder ein „Flächenvolumen“, genauso wenn Sie bei offenen
Profilen die Option „Geschlossene Enden“ nutzen.

 

Geführte Ausprägung:
Die Funktionsweise ist identisch mit der aus der Volumenmodellierung.
Auch hier gibt es am Ende die Wahl der offenen oder geschlossenen Enden.


Begrenzt:
Dieser Befehl ermöglicht es Lücken zu schließen. Sie können die Kanten der angrenzenden Flächen nutzen oder Skizzen und Kurven zeichnen um fehlende Kanten zu überbrücken. Eine Begrenzte Fläche muss bis zur ST5 immer aus einem vollständig geschlossenen Satz Kanten/Linien/Kurven bestehen.
Eine begrenzte Fläche kann auch über mehrere Ebenen gehen und muss nicht immer planar sein.

 

 

Ausschnitte:
Befehle für Ausschnitte gibt es nicht direkt, da diese über weitere Flächen und manipulierende Befehle erstellt werden. Mehr dazu in Teil 2 – Flächen Manipulieren.

 

Wie wird eine 3D Kurve erstellt?

Beispiel einer Feder:
Sie werden eine Feder über “Geführte Ausprägung” erstellen, bei der die Leitkontur im 3D Raum liegt.

Wie wird eine 3D Skizze bzw. eine 3D Kurve erstellt?
Die direkte Lösung ist über den Befehl “Eigenpunktkurve”.
Dieser erfordert jedoch definierte Punkte im Teil oder über eine Tabelle.

Die andere Möglichkeit ist sich eine 3D Kurve zu konstruieren.
Der Lösungsansatz hierbei ist:
Eine Geometrie wird von oben als Skizze gezeichnet
und als Konstruktionsfläche ausgeprägt.
Die zweite Geometrie wird als Skizze tangetial zur erstellten
Konstruktionsfläche gezeichnet und darauf aufgewickelt.
Das Ergebnis ist eine 3D Kurve.

 

Praxis:

  • Erstellen Sie ein neues Part.
  • Erstellen Sie eine Skizze auf der X/Y Ebene.
    Wichtig: Arbeiten Sie immer oder die Basis und so sauber wie möglich!
    Schalten Sie die Beziehungsfarben im Reiter “Prüfen” an.
  • Erstellen Sie folgende Skizze:
    – Kreis D 50
    – Ein Viertel wegtrimmen, Ecke in Konstruktionslinien umwandeln.
    – Zwei weitere Linien im Winkel von 30° und 20° zeichnen.
    – Diese Linien gleichwertig zueinander und zur Senkrechten machen.
    – In Konstruktionslinien umwandeln.
    – Den Kreis über beide Linien verlängern.
    – Mit Befehl “Teilen” (rechts neben “Verlängern”) den Kreis an den
    Berührpunkten der Senkrechten und 30° Linie aufteilen.
    – Eventuell neue Beziehungen setzen um Profil vollständig zu definieren.
    – Tangentiales Bogenstück R4 ans Ende des Kreisbogens ansetzen.
    – Tangentiale Linie mit 3 mm und 40° zur Waagrechten zeichnen.

  • Nun messen Sie 3 Teilbereiche. Bei jedem Teilbereich wurde
    die Feder im Raum geknickt. Diese sind für die nächste Skizze
    wichtig zur Bestimmung der gestreckten Länge.
    Nutzen Sie den Befehl unter “Prüfen” – “Gesamtlänge”
    und stellen Sie die Option auf “Einzeln”
    Teilbereich 1: erstes Kreisstück mit 270° – Wert: 117,81
    Teilbereich 2: zweites Kreisstück mit 30° – Wert: 13,09
    Teilbereich 3: die restlichen 3 Elemente zusammen – Wert: 18,01
  • Skizze schließen. Speichern!
  • Im Reiter “Flächenmodellierung” auf Extrusion gehen und “Aus Skizze auswählen”
    die erstellte Skizze 50mm nach unten ausprägen.

  • Erstellen Sie eine Neue Skizze mit “Tangentenebene” wie im Bild gezeigt
    und stellen Sie die Ebenenausrichtung mit der Taste “N” um, bis
    sie links unten ist.

  • Zeichnen Sie nun die Skizze für die andere Ausrichtungsebene in
    gestreckter Form. Hier werden für unsere Teilbereiche 1-3 die Höhen angegeben.
    Fangen Sie der Übersichtlichkeit am besten in der Mitte der Konstruktionsfläche an.
  • Zeichnen Sie die drei Linien und bemaßen Sie diese mit den gemessenen Werten
    aus Teilbereich 1-3. Wichtig ist, dass diese Werte auch bei der schrägen Linie
    senkrecht von oben zu bemaßen sind. Der Höhenunterschied ist 10.

  • Wichtig: Nur tangential verlaufende Linien können nachher mit einer
    “Geführten Ausprägung” extrudiert werden. Deshalb ist es hier unvermeidlich
    die Ecken zu Radien umzuwandeln, was eigentlich in einer Skizze vermieden werden soll.
  • Gehen Sie genau so vor: Gehen Sie in der Gruppe “Zeichnen” auf den “Ausrunden”-Befehl
    (rechts von “Rechteck”), geben Sie JETZT den Wert “15” für den Radius ein und
    klicken dann jeweils 1 mal auf die zwei Ecken.
    Info: Die Maße verändern sich, dass Sie immer noch an die Linien gebunden sind.
  • Erstellen Sie zwei Bemaßungen für die Radien (keine Änderungen mehr!)
    Ihre Skizze wird dann wieder volldefiniert sein. Wer will kann zusätzliche
    Bemaßungen auf die Schnittpunkte der Linien setzen, um ein Kontrollmaß
    zu bekommen.

  • Skizze schließen. Speichern.
  • Wählen Sie nun im Reiter “Flächenmodellierung” den Befehl “Skizze aufwickeln”.
    Klicken Sie alle 3 Teilflächen an und bestätigen Sie dies.
    Klicken Sie nun auf die Skizze und bestätigen Sie dies. Fertigstellen.

  • Ihre Skizze wurde nun auf die Konstruktionsfläche aufgewickelt.
    Sie können alle Elemente bis auf die “Aufgewickelte Skizze 1” ausblenden.
  • Zeichnen Sie nun noch den Querschnitt über eine Skizze “Ebene senkrecht zur Kurve”
    auf den Startpunkt. Kreis mit 3mm.

  • Nun können Sie im “Home”-Reiter mit “Geführter Ausprägung” die Feder erstellen.
    (Wählen Sie als Leitkontur alle Teilstücke der 3D-Kurve aus).

 

Was ist bei Fremdteilen zu beachten: Teil 3 – Reparatur und Optimierung ab ST5

 

Reparatur und Optimierung ab ST5

In ST5 gibt es zwei hilfreiche Möglichkeiten ein
Modell zu verbessern:

 

Reparatur über “Geometrieprüfung”:

Bei importierten Teilen, die sich selber schneiden
oder an denen Flächen fehlen kann der Befehl
“Geometrieprüfung” versuchen das Bauteil zu reparieren.

Öffnen Sie den Befehl “Geometrieprüfung” im Reiter “Prüfen”.
Klicken Sie auf “Starten”. Im Ergebnisfeld werden die Fehler angezeigt.
In diesem Beispiel ist zu sehen, dass 3 Teilflächen sich selbst schneiden.
Der Befehl “Körperfehler reparieren” beseitigt diese Fehler so gut wie möglich.
Eine erneute Geometrieprüfung kann als Bestätigung durchgeführt werden.

 

 

Modell verbessern durch “Optimieren”:

Bei importierten Modellen aus Fremdprogrammen
kann es oft vorkommen, dass Objekte am Körper
mit zuvielen Flächen übersetzt wurden, Radien
gar nicht wirklich rund sind oder Bohrungen aus
zwei Halbschalen bestehen.

Der Befehl “Optimieren” im Reiter “Prüfen”
analysiert das Modell auf Verbesserungen.
Die Option “Teilflächen und Kanten betonen”
zeigt betroffene Flächen und Kanten der
Optimierung rot an.

 

 

Nach dem Ausführen der Optimierung gibt
es ein Protokoll mit dem Ergebnis.
Hier ist deutlich zu sehen, dass das Modell
nun einige Flächen weniger hat.
Zudem wurden einige freie Flächen und Splines
in korrekte Radien, Kreise und Linien umgewandelt.

 

 

Workaround: Wie erstellt man einen gedrehten Ausschnitt entlang eines Zylinders?

Problem:

Sie benötigen eine gedrehten Ausschnitt, der sich auf einem Zylinder entlang bewegt,
wie der eines Schwenkbolzens. In der Fertigung würde sich ein Fräser entlang einer Welle
bewegen, während die Welle sich dreht.

 

Lösung:

Die Funktion “geführter Ausschnitt mit vorhandenen Formelementen” gibt es in Solid Edge noch nicht.
Dafür haben wir einen Workaround entwickelt, der dem nahe kommt.

 

  • Erstellen Sie einen Zylinder mit D=50mm; L=100mm

  • Nun benötigen wir eine aufgewickelte Skizze, die den Pfad der Bewegung beschreibt.
    Erstellen Sie dazu eine Skizze auf einer tangierenden Ebene.

  • Zeichnen Sie eine schräge Linie, die in der Mitte des Ausschnittes beginnt.
    Die Länge in Y=50mm. Die Länge für den Abrollbereich muss berechnet werden.
    Sie können dies von Hand tun, oder mit der Variablentabelle steuern.
    In unserem Beispiel soll die Welle sich 90° bewegen. (Formel=D_Zylinder * Pi *90 / 360)

  •  Wickeln Sie nun die Skizze auf die Fläche auf.
    (Reiter Flächenmodellierung – Gruppe Kurven – Skizze aufwickeln)

  • Erstellen Sie über die Ebene der Basis einen Ausschnitt d=20mm
    Dies ist der Fräser, der in das Bauteil eintaucht.
    (Der Mittelpunkt muss identisch mit dem Startpunkt der Kurve sein)

  • Blenden Sie die gerade Skizze aus.
  • Dieses Formelement sollte nun eigentlich entlang dieser Linie weitergeführt werden
    und sich dabei zur Fläche ausrichten. Der einzige Befehl, der dies annähernd kann,
    ist Muster entlang einer Kurve. – Wählen Sie den Befehl und den Ausschnitt als Vorkommnis.- Anzahl der Elemente ist 40.- Die aufgewickelte Skizze der Pfad.- Der Ankerpunkt, ist der Startpunkt der Kurve
    beim Ausschnitt und die Richtung geht entlang der Kurve.- Als Standard ist die Option Linear eingestellt. Stellen Sie um auf “Komplett (von Fläche)”
    und identifizieren Sie die Außenfläche. Danach richten sich die Formelemente
    korrekt der Fläche aus.

 

  • Als Ergebnis bekommen Sie eine Fläche die der Wirklichkeit sehr nahe kommt.
    Sie können dies testen indem Sie eine Winkelebene auf 45° legen und in der Mitte
    einen d=20mm Kreis einzeichnen. Die Kontur wird passen.Bei der Zeichnungsableitung können Sie die einzelnen “Treppen” mit “Kante ausblenden”
    herauslöschen.

Was ist bei Fremdteilen zu beachten: Teil 2 – Fehlende oder nicht zusammenführende Flächen

 

Fehlende oder nicht zusammenführende Flächen

Bei importierten Objekten, an denen Flächen fehlen, ist es dem Programm nicht möglich diese zu reparieren und ein Volumen zu erzeugen. Bei der Reparatur innerhalb eines Toleranzrahmens versucht es Kanten bestehender Flächen zu verlängern bzw. zu trimmen, damit der Körper wieder vollständig ist.   Beispiel-Übung: Importieren Sie die Datei “Fehlende_Flaeche.stp” aus der Zip-Datei als Part. (DOWNLOAD) Verwenden Sie dazu Standardoptionen:

In diesem Beispiel sind 3 Fehler eingebaut: – Die Fläche der Fase fehlt – Die vordere Kreisfläche fehlt – Der Boden hat einen Abstand von 0,05mm.

Im Pathfinder sehen Sie 2 Teilekopien. Eine für die untere Fläche und eine für den Rest. Gehen Sie in den Reiter „Flächenmodellierung“ in der Gruppe „Flächen“ auf den Pfeil beim Befehl „Vernähen“ und wählen die den Befehl „Nicht vernähte Kanten anzeigen.“

 

Ziehen Sie einen Zaun um das komplette Bauteil. Nun werden alle Kanten markiert, die offen sind. Beenden Sie den Befehl. Gehen Sie auf den Befehl „Vernähen“. Folgender Dialog wird angezeigt:

Bestätigen Sie diesen und wählen Sie beide Teilekopien an und bestätigen Sie dies. Eine Fehlermeldung erscheint. Die Flächen konnten nicht vernäht werden, weil die Toleranz zu gering war. Standardmäßig steht sie auf „1,00 e-003mm“ – also auf 0,001 mm. Wiederholen Sie den Befehl und stellen Sie die Toleranz auf „1,00e-001“, also 0,1mm. Nun war der Befehl erfolgreich, da der Abstand der Fläche 0,05mm beträgt. Die angrenzenden Flächen wurden zur unteren Fläche erweitert und im Pathfinder ist ein neues Formelement „Zusammengesetzte FlächeX“ entstanden. Wenn Sie diese markieren, leuchtet das gesamte Bauteil. An der unteren Kante ist eine Art „Naht“ zu sehen.

Fehlender Flächen können nicht repariert werden, da sie in Nichts oder zu einer fehlerhaften Kontur führen würden. Zudem gibt es bei dem Befehl einen Toleranzrahmen von 1,00mm bis 0,00001mm (1,0e-000 – 1,0e-005).   Hinweis: Bei einer möglichen Reparatur über die Importeinstellungen „Reparieren und Vernähen“ würde bei der vorderen fehlenden Fläche sogar eine falsche Geometrie entstehen:

Fehlende Flächen müssen wohl oder übel neu gezeichnet werden. Dies ist mit Flächen-Extrusionen/Rotation oder dem Befehl „Begrenz“ zu realisieren. Bei „Begrenz“ geben Sie einfach die umliegenden Kanten an. Wenn diese eine geschlossene Geometrie ergeben, wird eine Fläche erstellt:

Die vordere Fläche erstellen Sie mit Flächen-Rotation. Alternativ können Sie auch eine begrenzte Fläche der äußeren Kontur erstellen und mit „Trimmen“ den inneren Teil herausschneiden. Nun können Sie die zwei neu erstellen Flächen mit der bestehenden „Zusammengesetzten Fläche“ vernähen. Falls alles korrekt geschlossen wurde, kommt eine Meldung, dass ein Basisformelement, also ein Volumen erstellt werden kann. Bestätigen Sie diese Meldung mit Ja.

Im Pathfinder finden Sie nun ein Köperformelement. Die vorherigen Flächen wurden automatisch ausgeblendet.

Hinweis:

Es kann vorkommen, dass nicht alle Flächen korrekt umgefärbt werden. Dies sieht auf den ersten Blick aus, als waren nur gewisse Teile zu einem Volumen geworden. Überprüfen Sie dies durch Anklicken des Körperformelementes und durch überprüfen der noch eingeblendeten Flächen. Falls alles korrekt ist, können Sie das Teil umfärben.

Tipp:

Um die Dateigröße klein zu halten sind die Schritte der Reparatur meist nicht wichtig und können gelöscht werden. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Körperformelement um das “Übergeordnete Element aufzulösen”. Die Meldung bestätigen. Jetzt alle Formelement über dem Körperformelement löschen. Die Datei wird deutlich kleiner!

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